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Es gibt keine Schule für Witwen. Deshalb fühlt sich jede Frau, die gerade ihren Liebsten verloren hat, wie wenn man sie ohne Schwimmstunden ins kalte Wasser geworfen hat. Ihre Trauer zieht sie in dunkle Tiefen und sie droht zu ertrinken. (Ja, so ist es – auch wenn man es ihr vielleicht nicht ansieht!)

Diese drei Lektionen helfen Dir, damit Du Dich als Witwe besser in Deinem neuen Leben zurecht findest:

 

LEKTION 1:

Unterdrücke nie Deine Trauer

Der Verlust hinterlässt eine tiefe Wunde …

  • weil der Schock und die Erstarrung über das Erlebte der Erkenntnis weichen, dass es ist, wie es ist und das unabänderlich.
  • weil man im Alltag tausend Male an den lieben Partner erinnert wird.
  • weil niemand mehr da ist der hilft, unterstützt und tröstet so wie wir es gewohnt waren.

Diese Wunde kann nur heilen, wenn eine Witwe ihrer Trauer Raum gibt. So zeigen neuste Studien der niederländischen Universität Tilburg:

„Nach der anfänglichen Verschlechterung der Stimmung nach dem Weinen dauert es einige Zeit, bis sich die Stimmung nicht nur erholt, sondern auch über das Level steigt, auf dem sie vor dem emotionalen Ereignis war.“

Jeglicher Versuch den Trauerprozess zu ignorieren oder unterdrücken führt unweigerlich zu einem Bumerang-Effekt. Es ist wie bei einem Dampfkochtopf, wenn das Ventil nicht mehr Dampf ablässt . . .

Besonders gefährdet ist jene Witwe vom Typ „Es-immer-allen-recht-machen-wollen“. Während sie am liebsten wegrennen und heulen würde … geht sie hierhin und dorthin, da ihr ja alle helfen wollen wieder in ein normales Leben zurück zu finden.

Ein Witwenherz das blutet darf jedoch niemals ignoriert werden! Denn bis aus der Wunde eine Narbe wird, die nicht mehr schmerzt, braucht es Zuwendung und Zeit.

 

Neue WitwenHerz Gewohnheiten

 

  • Gib’ dir täglich Zeit für deine Trauer und erlaube dir zu weinen.
  • Lerne Deine Wünsche zu äußern und Deine Meinung zu sagen. (Ja, auch wenn das anderen missfällt!)
  • Sage NIE sofort zu. Wenn Dich jemand um einen Gefallen oder eine Verabredung bittet, antworte: „Ich überlege mir das und gebe Dir noch Bescheid“. Gewinne dadurch Zeit für eine von Dir wirklich gewollte Entscheidung.
  • Sei ehrlich! Anstelle eines klaren „Nein“ verwenden wir oft die fehlende Zeit als Ausrede … und geben uns der Illusion hin, dass die anderen das nicht bemerken. Stattdessen sei ehrlich und antworte: „Danke für die Einladung, doch meine Prioritäten liegen im Moment anderswo.“

 

LEKTION 2:

Schaffe Dir ein dickes Fell an

Während der ersten Zeit der Trauer ist man „dünnhäutig“ und reagiert überempfindlich auf manch unsensiblen Spruch, bei dem sich das Gegenüber nichts denkt:

  • „Du bist ja noch jung, Du findest wieder jemanden.“
  • „Was, Du hast seine Sachen schon aussortiert?“
  • „Ach, Du kannst wieder lachen – es scheint dir ja wieder besser zu gehen.“

Nur zu gut erinnere ich mich noch an folgendes Telefongespräch:

Freundin: „Stell’ Dir vor, ich muss doch noch unsere 4-wöchige USA Reise organisieren und gerade jetzt lässt mich meine Putzfrau im Stich. Das ist nicht das erste Mal … blah…blah…blah…

[Ich mache einen hörbaren Seufzer]

Freundin (ignoriert meinen Seufzer): „Ich weiss nicht, was Sie sich dabei denkt. Ich habe ein Leben das durchgeplant ist und kann nicht immer auf die Probleme anderer …. „

[Ich kappe die Telefonverbindung, mitten in ihrem Satz]

Ich war damals im Überlebenskampf – ich war am Ertrinken! Gerade Witwe geworden, hatte ich keine Kraft für die nichtssagenden Probleme anderer.

So lernte ich die Prioritäten in meinem Leben RICHTIG zu setzen. (Übrigens, meine Freundin meldete sich an jenem Tag nicht mehr. Sie hatte wahrscheinlich ihren Fauxpas selbst erkannt)

 

Neue WitwenHerz Gewohnheiten

 

  • Ändere noch heute Deine Prioritäten. NUR Dein „Ich“ hat Top Priorität. (Ja, lerne egoistisch zu sein!)
  • Umgib Dich mit Menschen, die Dir gut tun. Mach’ einen „Frühjahrsputz im Freundeskreis“. Evaluiere stets, wie Deine Stimmung vor und nach einem Treffen ist. Nach wenigen Verabredungen weiss Du haargenau, welche Menschen Dir gut tun. Die anderen kannst Du Dir mit den neuen WitwenHerz Gewohnheiten aus Lektion 1 elegant vom Hals halten.

 

LEKTION 3:

Hole Dir Hilfe bei Menschen die ’nicht so dicht dran sind‘

Das Umfeld einer Witwe ist mit der neuen Situation oft völlig überfordert – sie wissen nicht wie sie damit umgehen sollen. Freunde, die ihren Partner noch haben, können unser Gefühl des Alleinseins, des Verlassenseins. dieses schreckliche “ NIE WIEDER“ einfach nicht in ganzer Tiefe nachempfinden.

Hinzu kommt, dass Probleme die wir vorher schon mit unseren Lieben hatten, uns leider in unserer Trauerphase noch bewusster werden. Genau dort wo eine Witwe mehr Verständnis erwartet, kommt vielmals das Gegenteil.

Als Witwen verarbeiten wir jedoch einen Verlust am besten im Gespräch mit Menschen, die dasselbe Schicksal erfahren haben.

In ihrer Not suchen Witwen Hilfe in Internet Foren. Doch meistens sind die intimen Forumsbeiträge aller Öffentlichkeit zugänglich. Zudem weiss man als Witwe nie, ob sich hinter den mitfühlenden Worten von „Aquamarin045“ ein Mann mit dem Beuteschema Witwe versteckt. (Ja, das gibt es. So verwerflich das auch ist!)

Doch findet eine Witwe in öffentlichen Foren auch die Hilfe, die sie braucht?

Der Austausch mit Leidensgenossinnen lindert zwar einstweilen die Einsamkeit, doch unzählige Kommentare von öffentlichen Foren wie „Hol Dir Hilfe“ oder „Suche Dir Hilfe“ zeigen leider:  Ertrinkende können keinen Ertrinkenden retten.

 

Neue WitwenHerz Gewohnheiten

 

  • Nutze die kostenlosen Beistandsgespräche mit Fanny, wann immer Du Dich verloren fühlst oder nicht weiter weißt, (Wähle Deinen Termin HIER)
  • Suche Dir ein geschütztes Forum mit professioneller Leitung und Unterstützung durch eine erfahrene Witwe (wie z.B. das private Forum von WitwenHerz). Ein Forum, wo ausschliesslich Witwen vertreten sind, die u.a. auch wahre Nähe zueinander aufbauen können, ohne sich hinter Phantasienamen zu verstecken. 

 

Ich kann Dir den geliebten Menschen nicht mehr zurück bringen, aber ich kann Dir helfen Dich nicht mehr so verloren und einsam zu fühlen.

Von Herzen, Fanny

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